Juli 4, 2022

Push-Nachrichten: Was ist das? Definition, Vorteile und Beispiele 📩

Lesezeit ungefähr 12 min
zwei glocken vor gelbem hintergrund web push

Sie sind vor allem vom Smartphone bekannt: Push-Nachrichten. Mit diesen kleinen Textmeldungen informieren installierte Apps die Nutzer:innen in Echtzeit über bestimmte Ereignisse. Doch Sie können auch für das Marketing genutzt werden. Wir erklären Ihnen, was Push-Benachrichtigungen sind, welche Vorteile sie haben und von welchen Beispielen Sie sich inspirieren lassen können.

🔍 Was sind Push-Nachrichten?

Push-Nachrichten – auch Push-Benachrichtigungen oder Push Notifications genannt – sind kurze Nachrichten, mit denen verschiedene Anwendungen die Nutzer:innen elektronischer Endgeräte über bestimmte Ereignisse informieren. Dies kann etwa eine neue Mail sein, der Beginn eines Termins im Kalender oder der Versand einer Bestellung. Push-Nachrichten können aber ebenso eine spannende Ergänzung für Ihren Marketing-Mix sein.

Das Besondere an Push-Nachrichten: Sie machen selbst auf sich aufmerksam. Denn Nutzer:innen rufen diese Nachrichten nicht aktiv ab, sondern bekommen sie von den entsprechenden Apps aufs Display beziehungsweise die Benachrichtigungsleiste oder den Sperrbildschirm „geschoben“.

Es gibt mehrere Arten von Push-Mitteilungen:

  • App Push: Der Versand von Push-Nachrichten an mobile Betriebssysteme (Android und iPhone).
  • In-App Push: Der Versand von Push-Nachrichten innerhalb einer App.
  • Web Push: Der Versand von Push-Nachrichten an einen Web Browser (Chrome, Firefox etc.). Solche Push-Nachrichten können Sie zum Beispiel auf Ihrer Website einbinden.

📖 Eine kurze Geschichte der Push-Nachrichten

Als in den frühen 2000er-Jahren die Mobilfunk-Ära begann, war unter Geschäftsleuten der Blackberry beliebt. Ein Grund dafür war, dass der Smartphone-Vorläufer seine Nutzer:innen in Echtzeit über eingehende E-Mails informieren konnte. Das war damals einzigartig.

Während andere darauf angewiesen blieben, in regelmäßigen Abständen ihren Posteingang zu checken, konnten sich die stolzen Besitzer:innen eines Blackberrys zurücklehnen und auf die Push-Funktion verlassen. Die Push-Benachrichtigung war geboren.

2009 führte Apple in iOS 3 mit dem Apple Push Notification Service (APNS) Push-Benachrichtigungen ein und trug damit wesentlich zur Verbreitung des Prinzips bei. Schon 2012 machte Google dann mit Google Cloud Messaging den Versand von Push-Nachrichten über gängige Web Browser möglich.

✅ 4 Vorteile von Push-Nachrichten

Push-Nachrichten verbinden entscheidende Vorteile von SMS Marketing und E-Mail Marketing. Welche 4 Vorteile Ihnen das Push Notification Marketing konkret bietet, schauen wir uns in diesem Abschnitt an.

Kund:innen in Echtzeit erreichen

Ähnlich wie mit einer SMS erreichen Sie Ihre Empfänger:innen mit einer Push-Nachricht in Echtzeit. Doch diese hat gegenüber der SMS einige Vorteile:

  • Im Falle von Push-Nachrichten, die Sie über Ihren Web Browser verschicken, surfen Nutzer:innen bei Empfang bereits im Netz und sind somit eher bereit, eine Webseite aufzurufen.
  • Eine Push-Nachrichten können Sie mittels Emojis, CTAs und Bildern ansprechender gestalten als eine SMS.
  • Sie benötigen nicht die Mobilfunknummern der Empfänger:innen.

Die Push-Benachrichtigung eignet sich besonders für (zeitlich begrenzte) Sonderangebote und Aktionen. Hier liegt auch ihr größter Vorteil gegenüber der E-Mail, die meist zeitverzögert gelesen wird. Dafür bietet diese die Möglichkeit, ausführlichere Botschaften zu vermitteln. Deshalb sind die beiden Kanäle ausgezeichnete Ergänzungen füreinander.

Auch per WhatsApp lassen sich Kund:innen in Echtzeit erreichen. Wie Sie erfolgreich WhatsApp Marketing betreiben, erfahren Sie in diesem Artikel.

Keine Kontaktdaten nötig

Ein weiterer Vorteil der Push Notification gegenüber sowohl SMS als auch E-Mail besteht darin, dass Sie für den Versand keinerlei Kontaktdaten von den Empfänger:innen benötigen – nur deren Einverständnis. Sollten Sie zum Beispiel Web Push nutzen, können Sie eine Opt-in-Box konfigurieren, in der Nutzer:innen gefragt werden, ob Sie künftig Push-Meldungen von Ihnen empfangen wollen. Stimmen Sie dem zu, steht dem Versand von Push-Nachrichten nichts mehr im Wege!

Wenn Sie E-Mail-Adressen von interessierten Personen für Ihr Marketing erhalten können – umso besser. Doch die Push-Benachrichtigung schafft einen zusätzlichen Kanal mit niedrigerer Eintrittsschwelle für diejenigen, die (noch) keine persönlichen Daten übermitteln wollen.

Hohe Klickrate

Richtig eingesetzt, können Push-Mitteilungen ein wirkungsvolles und attraktives Marketing-Instrument mit traumhaften Klickraten sein. Web Push-Nachrichten verzeichnen beispielsweise eine durchschnittliche Klickrate von 12%, können aber durchaus auch Klickraten von bis zu 18% erreichen. Zum Vergleich: Die Benchmark für Newsletter-Klickraten liegt bei 3-6%.

Natürlich sind diese Zahlen allein noch keine Erfolgsgarantie. Dennoch zeigen sie, dass Push-Nachrichten ein potentiell wirkungsstarkes Mittel zur Kundenansprache sein können.

Mehr Conversions

Mit Push-Nachrichten können Sie Leads und Kund:innen schnell und unkompliziert die Informationen zukommen lassen, die sie gerade benötigen. Das können beispielsweise Links zu Blog-Artikeln oder Sales-Ankündigungen sein. Und wenn Sie Interessent:innen zur richtigen Zeit mit den richtigen Marketing-Botschaften ansprechen, kann das Ihre Conversion Rate erhöhen. So werden aus Leads zahlende Kund:innen. Das erhöht im Endeffekt Ihren Umsatz.

👎 Haben Push-Nachrichten auch Nachteile?

Das alles klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es aber! Tatsächlich haben Push-Mitteilungen kaum Nachteile – wenn Sie auf einige Punkte achten. Folgende Fehler sollten Sie bei Ihrem Push-Nachrichten-Marketing unbedingt vermeiden:

  • Kein Opt-in: Dadurch, dass Push-Nachrichten als Pop-up auf dem Display von Nutzer:innen erscheinen, können Sie schnell als Spam empfunden werden. Gehen Sie deshalb unbedingt sicher, dass Ihre Kund:innen auch wirklich Push-Benachrichtigungen erhalten möchten. Auch datenschutztechnisch sind Sie damit auf der sicheren Seite.
  • Zu hohe Frequenz: Es kann verlockend sein, viele Push-Mitteilungen hintereinander zu verschicken – schließlich sind sie schnell und einfach zu erstellen. Doch Vorsicht: Wenn Sie es mit der Versandfrequenz übertreiben, könnten Nutzer:innen schnell von Ihren Mitteilungen genervt sein.
  • Unpassende Ansprache: Wie bereits angesprochen, unterscheiden sich Push-Nachrichten von anderen Marketing-Kanälen wie E-Mail oder SMS. Dementsprechend sollten Sie auch Ihre Kommunikation der Plattform anpassen und Nachrichten kurz und bündig formulieren.
  • Keine Abmeldemöglichkeit: So einfach, wie Nutzer:innen Push-Nachrichten abonnieren können, sollten sie sich auch wieder davon abmelden können. Denn es bringt niemandem was, wenn Sie Push-Mitteilungen an Personen schicken, die gar kein Interesse am Erhalt dieser Mitteilungen haben. Im Gegenteil: Das wirkt sich nur negativ auf das Image Ihres Unternehmens aus.

Auch die Anmeldung zu Ihrem Newsletter sollte DSGVO-konform ablaufen.

⚙️ Wie funktionieren Push-Nachrichten?

Zum Versand von Push-Mitteilungen benötigen Sie ein darauf spezialisiertes Tool. Heute sind viele solcher Tools auf dem Markt, die Ihnen einen mühelosen und kostengünstigen Versand von Push-Benachrichtigungen via App, Browser und mehr ermöglichen. Welche Push-Nachrichten-Tools die besten sind, haben wir in unserem Vergleich untersucht.

Doch wie funktionieren solche Anwendungen eigentlich? Wir erklären es Ihnen.

Push-Nachrichten nur mit Einverständnis

Alle guten Push-Nachrichten-Tools erlauben es Ihnen, Opt-in-Fenster zu erstellen, damit sie sich Ihre Kund:innen mit dem Empfang einverstanden erklären können. Hier ein Beispiel aus Google Chrome:

screenshot push-nachricht chrome

Berechtigungen bearbeiten

Sowohl auf dem Smartphone als auch im Browser können Nutzer:innen die Benachrichtigungen wieder abschalten – sowohl global als auch für bestimmte Websites und einzelne Apps.

Veranschaulichen wir das erneut am Beispiel Chrome: Durch einen Klick auf das Schloss-Symbol in der Adresszeile öffnet sich ein Optionsfenster, in dem sich die Berechtigung zum Versand von Push-Benachrichtigungen von der aktuell angezeigten Website zurücksetzen lässt:

screenshot push-nachrichten optionsfenster chrome

Die globale Verwaltung der Push-Benachrichtigungen findet sich in den Chrome-Einstellungen unter „Datenschutz und Sicherheit“ -> „Website-Einstellungen“ -> „Berechtigungen“ -> „Benachrichtigungen“.

screenshot push-nachrichten einstellungen chrome

Wie ein kurzer Newsletter

Push-Nachrichten können einen Link enthalten, über den Interessierte direkt zur Webseite mit dem entsprechenden Angebot bzw. zu einer bestimmten Landingpage gelangen. Dies ist natürlich optional. Wenn Sie beispielsweise nur über den Versand einer Bestellung informieren wollen, kann der Link entfallen.

Das Aussenden einer Push-Benachrichtigung ähnelt im Backend dem Versand eines Newsletters – nur dass diese „Newsletter“ sehr kurz sind. Aber das verleiht manchen Botschaften gerade ihre Zugkraft, denn kompakte Inhalte sind leicht und schnell zu erfassen.

Tipps und Tricks rund um die Erstellung eines klassischen E-Mail Newsletters finden Sie hier.

📩 Wie erstelle ich effektive Push-Nachrichten? 3 Best Practices

Wie gehen Sie nun am besten vor, um das volle Potenzial von Push-Benachrichtigungen auszuschöpfen?

Im Folgenden haben wir Ihnen die wichtigsten Best Practices zusammengestellt.

1. Verwenden Sie kurze Nachrichten mit eindeutigem Branding

In der Kürze liegt die Würze! Push-Benachrichtigungen sind im Idealfall sehr kurz – noch kürzer als eine SMS.

Als Faustregel gelten je 40 Zeichen für Titel und Inhalt. Das liegt eher in der Größenordnung von Google Ads. Zwar können Sie auch längere Texte eingeben, aber wenn der Browser diese dann automatisch abschneidet, leidet darunter der Anreiz, zu klicken.

Hier eine grobe Übersicht für Sie als Orientierung:

screenshot push-nachrichten

Versuchen Sie, wirkungsvolle Botschaften zu erstellen, die auf den ersten Blick verständlich und attraktiv sind. Wenn Sie zum Beispiel einen Rabatt anbieten, sagen Sie das ohne Umschweife: „Bis Mitternacht 25 % günstiger“!

Verwenden Sie außerdem immer Ihren Markennamen und Ihr Branding, wenn möglich, also vor allem Ihre Farben und Ihr Logo. So können Empfänger:innen die Benachrichtigung schneller zuordnen und ihr leichter vertrauen. Und selbst wenn sie nicht klicken, frischt dies die Marke in ihrem Gedächtnis auf und sorgt für Brand Awareness!

2. Optimieren Sie Timing und Versandfrequenz

Die Effektivität Ihrer Push-Kampagnen hängt auch vom richtigen Timing ab.

Zum Beispiel ist das Wochenende kein idealer Zeitpunkt für Push Notifications im B2B, da die Mehrheit der Empfänger:innen gerade weit weg vom Bildschirm die Freizeit genießt.

Ähnlich wie im Bereich Social Media gilt es hier, durch sorgfältiges Testen die optimalen Versandzeiten herauszufinden. Diese variieren je nach Plattform und Zielgruppe.

Ebenso wichtig ist die richtige Versandfrequenz. Zu häufige Benachrichtigungen wirken schnell „spammig“, was dazu führt, dass Nutzer:innen sie abbestellen. Auf der anderen Seite ist es auch nicht ratsam, nur einmal im Monat eine Nachricht zu senden. Nach so langer Zeit weiß die Zielgruppe vielleicht gar nicht mehr, wer Sie sind.

Hier sind A/B-Tests nützlich, um herauszufinden, welche Häufigkeit für Ihr Unternehmen am besten funktioniert.

3. Verwenden Sie ansprechende Bilder und CTAs

Dass Bilder mehr Aufmerksamkeit erregen als Texte, hat sich bereits herumgesprochen. Push-Benachrichtigungen sind weitaus effektiver, wenn Sie ein „Hero Image“ integrieren, also ein Bild, das Ihre Nachricht visuell aufwertet.

Je nach Kampagne können Sie dazu häufig Ihr Logo oder ein Produktbild verwenden. Letzteres bietet sich an, wenn Ihre Kampagne ein bestimmtes Produkt bewirbt.

Nutzen Sie unbedingt die Möglichkeit, CTA-Buttons in Ihre Push-Nachrichten zu integrieren. Diese sollten sich farblich vom Rest der Nachricht abheben und durch ihren Text klar vermitteln, welche Aktion den Abonnent:innen angeboten wird.

Ein immer noch wirkungsvoller Klassiker ist die Nutzung von Zeitknappheit als Kaufanreiz: „Nur noch 5 Artikel übrig“, „Nur noch bis Sonntag“ etc.

👀 3 Ideen für gelungene Push-Nachrichten-Kampagnen

Push-Nachrichten bieten viele kreative und effektive Einsatzmöglichkeiten. Hier sind drei Ideen, die Sie direkt umsetzen oder als Ausgangspunkt für die Entwicklung eigener Ideen nehmen können.

1. Sonderangebote und Aktionen

Push-Benachrichtigungen sind der perfekte Kanal für zeitgebundene Sonderangebote und Aktionen.

Schlagen Sie Ihren Abonnent:innen Artikel zum Kauf vor, die Sie aktuell preisreduziert anbieten. Sie können dabei auch über den Kampagnenverlauf auf früheren Nachrichten aufbauen, um an Ihre Aktion zu erinnern und die Spannung zu erhöhen. Bieten Sie zum Beispiel verwandte Produkte an oder räumen Sie jeden Tag etwas mehr Rabatt ein, während sich das Ende des Aktionszeitraums nähert.

Solche Kampagnen eignen sich auch hervorragend für Anlässe wie den Valentinstag, Ostern, Halloween, Black Friday oder Weihnachten.

2. Nützliche Tipps und Ratschläge

Manche Marken verwenden Push-Nachrichten, um Tipps, Best Practices und Know-how zu ihren Produkten mit Kund:innen zu teilen. Auch dies ist eine Möglichkeit, einen Mehrwert zu bieten, Ihr Markenprofil zu schärfen und Traffic für Ihre Website-Inhalte zu gewinnen.

Entnehmen Sie einfach Ihren Blog-Artikeln oder anderen Inhalten kleine Tipps, die Sie als Push-Nachrichten verpacken und versenden können. Mit dem passenden CTA und Link führen Sie Interessierte dann zum entsprechenden Content auf Ihrer Website.

3. Zufriedene Kund:innen

Sind Ihre Kund:innen zufrieden? Dann sprechen Sie darüber! Kaum etwas wirkt so überzeugend auf Interessierte wie eine zufriedene Kundschaft. Testimonials steigern Ihre Glaubwürdigkeit und beweisen die Qualität Ihrer Produkte.

Push-Nachrichten sind ein origineller Weg, um Testimonials von Kund:innen zu versenden. Noch wirkungsvoller sind sie übrigens mit Foto.

Kundenstimmen eignen sich auch, um spezifische Dienstleistungen oder Aspekte von Produkten zu veranschaulichen. Natürlich läuft auch dies über einen Link auf Ihre Website, da Push-Mitteilungen selbst nicht genügend Platz für ein Testimonial bieten.

🚀 Jetzt mit Push-Nachrichten durchstarten

Push-Nachrichten sind ein hocheffektives Marketing-Instrument, das noch lange nicht zu seinem vollen Potenzial genutzt wird. Doch wie immer ist das auch ein Vorteil für die Pioniere. Gehören Sie dazu?

Wenn Sie gerade dabei sind, Ihren ganz persönlichen Marketing-Mix zusammenzustellen, finden Sie folgende Artikel vielleicht hilfreich:

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