Mai 6, 2021

Welche Rolle spielt Gro├č- und Kleinschreibung bei E-Mail-Adressen? ­čĺî

Lesezeit ungef├Ąhr 9 min
Spielt Gro├č- und Kleinschreibung eine Rolle bei E-Mail-Adressen?

Haben Sie sich schon mal gefragt, ob die Verwendung von Gro├č- und Kleinbuchstaben bei E-Mail-Adressen einen Unterschied macht und welche Zeichen eigentlich erlaubt sind und welche nicht? 

Ganz gleich ob Sie gerade ein neues E-Mail-Konto anlegen oder Ihren ersten Newsletter erstellen ÔÇô bevor Sie anfangen, abenteuerliche Buchstaben- und Zeichenkombinationen f├╝r Ihre neue E-Mail-Adresse auszuprobieren, sollten Sie definitiv weiterlesen. ­čśŐ

Wir haben Ihnen in diesem Artikel ein kleines Einmaleins der Zeichenverwendung bei E-Mail-Adressen zusammengestellt und verraten Ihnen alles, was Sie in Sachen Gro├č- und Kleinschreibung und Sonderzeichen wissen m├╝ssen.

­čĄô Die 3 Bestandteile einer E-Mail-Adresse

Vor ein paar Jahren am├╝sierte sich der Journalist Fiete Stiegers via Twitter ├╝ber eine der wohl ausgefallensten E-Mail-Adressen, die je ernsthaft in Gebrauch waren.

Er hatte mit der Bundeswehrverwaltung korrespondiert und war in deren Briefkopf auf das folgende Prachtexemplar gesto├čen:

BwDLZDoberlugKirchhainStandortserviceStrausberg@bundeswehr.org 

Dieses seltene Fundst├╝ck wirft nat├╝rlich viele Fragen auf. Nicht nur die, ob das wohl schon mal jemand abgetippt hat. Sondern auch: 

  • Ist die m├Âgliche L├Ąnge einer E-Mail-Adresse begrenzt? 
  • Ist eine Adresse wie die obige sicher oder kann sie Probleme bei der Zustellung verursachen? 
  • Und was ist mit den Gro├čbuchstaben? W├╝rde in diesem Fall eine E-Mail mit durchweg kleingeschriebener Adresse auch ankommen?

Um diese Fragen zu beantworten, lassen Sie uns zun├Ąchst einen Blick auf die Basics werfen.

Eine E-Mail-Adresse besteht immer aus 3 Teilen: dem Lokalteil, dem Domainnamen und der Top Level Domain.

Lokalteil

Der erste Teil einer E-Mail-Adresse nennt sich Lokalteil. Dieser geh├Ârt immer zu einem individuellen Postfach ÔÇô meist zu einer Person. 

Zu den erlaubten Zeichen im Lokalteil geh├Âren lateinische Buchstaben, die Ziffern 0 bis 9 und folgende Sonderzeichen: .!#$%&’*+-/=?^_`{|}~. Mehr zu den Sonderzeichen sp├Ąter.

Im Anschluss an den Lokalteil folgt direkt das @-Zeichen, manchmal auch Klammeraffe genannt.

Fun Fact: Das @-Zeichen gab es schon lange vor Internet und E-Mail. Die Vorl├Ąufer reichen vielleicht sogar bis ins Mittelalter zur├╝ck. Als dann 1971 die E-Mail erfunden wurde, suchte der Informatiker Ray Tomlinson nach einem eindeutigen Sonderzeichen, um in E-Mail-Adressen den Benutzernamen vom Domainnamen zu trennen. Das @ war nicht nur schick, sondern passte auch aufgrund seines Namens „at“ („bei“). So spielt es in E-Mail-Adressen ungef├Ąhr die gleiche Rolle wie das „c/o“ bei Postadressen.

Domainnamen

Damit sind wir schon beim zweiten Teil, dem Domainnamen

Dies ist die Adresse eines Web oder E-Mail Servers, unter dem viele individuelle Postf├Ącher angelegt sein k├Ânnen. Stellen Sie sich das einfach wie ein Haus vor, in dem viele verschiedene Personen und Parteien wohnen. Alle haben dieselbe Hausanschrift, aber verschiedene Namen und Briefk├Ąsten. 

Was den Domainnamen betrifft, haben Sie in der Praxis h├Ąufig keine Wahl. 

Bei E-Mail-Diensten wie Gmail, GMX, Web.de und so weiter steht die Domain bereits fest, ebenso wie bei Firmen und Organisationen.

Nur wer eine eigene Domain anmeldet, hat die Kontrolle ├╝ber den Domain-Teil einer E-Mail-Adresse. Wenn Sie Ihre eigene Domain anmelden sollten, behalten Sie die folgenden 3 Punkte im Hinterkopf:

  • Gro├č- und Kleinschreibung spielt hier keine Rolle, aber es ist ├╝blich, Domains grunds├Ątzlich in Kleinschreibung anzugeben.
  • Der Domainname darf maximal 63 Zeichen lang sein. 
  • Die Mindestl├Ąnge h├Ąngt von der Top Level Domain ab: Bei einer .com-Domain muss der Domainname aus mindestens 2 Zeichen bestehen, bei einer .de-Domain gen├╝gt eines.

Top Level Domain (TLD)

Nach dem Domainnamen kommt ein Punkt, auf den als dritter Bestandteil die sogenannte Top-Level-Domain (TLD) folgt. 

Dies kann eine L├Ąnder-TLD wie .de, .co.uk und .fr sein oder auch eine generische TLD wie .com, .org und .net. Erstere kennzeichnen Domains in bestimmten Regionen, Letztere stehen f├╝r bestimmte Arten von Websites und sind frei w├Ąhlbar.

Eine E-Mail-Adresse ist also logisch und hierarchisch aufgebaut, ganz ├Ąhnlich einer Postanschrift: Zuerst das individuelle Postfach, das meistens zu einer Person geh├Ârt, dann die Firma oder Organisation, dann das Land oder der ├╝bergeordnete Typ von Website.

­čĺí Spielt Gro├č- und Kleinschreibung bei E-Mail-Adressen nun eine Rolle?

Kurz und knapp: Nein, bei E-Mail-Adressen wird nicht zwischen Gro├č- und Kleinschreibung unterschieden.

Es ist also v├Âllig egal, ob Sie Ihre E-Mail-Adresse durchg├Ąngig mit gro├čen oder kleinen Buchstaben schreiben oder einen Mix verwenden.

Technisch k├Ânnten E-Mail-Server jedoch durchaus bei eingehenden E-Mails zwischen Gro├č- und Kleinschreibung unterscheiden. Aber in der Praxis ist das wie bereits gesagt nicht ├╝blich, da es nur eine H├╝rde schaffen w├╝rde, ohne Vorteile zu bringen.

F├╝r die Zustellbarkeit Ihrer E-Mails macht es also keinen Unterschied, ob Sie Ihre E-Mail-Adresse so oder so gestalten:

josefine@sendinblue.com

JoSeFinE@sendinblue.com

In beiden F├Ąllen w├╝rde die E-Mail im Postfach bei Josefine von Sendinblue landen.

Auch wenn Gro├čbuchstaben die Zustellbarkeit von E-Mails nicht beeinflussen, bedeutet das trotzdem nicht, dass es eine gute Idee ist, sie zu verwenden. 

Denn eine Mischung aus gro├čen und kleinen Buchstaben kann die Lesbarkeit Ihrer E-Mail-Adresse ganz sch├Ân beeintr├Ąchtigen.

Schauen Sie sich noch einmal die 2 obigen Beispiele an: Welche E-Mail-Adresse ist f├╝r Sie leichter zu lesen? 

­čĄö Was gibt es in Sachen Sonderzeichen zu beachten?

Unsere grunds├Ątzliche Empfehlung lautet: Benutzen Sie so wenig Sonderzeichen wie m├Âglich in Ihrer E-Mail-Adresse. 

Denn abgesehen von den m├Âglichen technischen Problemen sind Sonderzeichen auch f├╝r Ihre Nutzer:innen eher verwirrend als gewinnbringend.

Sonderzeichen im Lokalteil

Zu den erlaubten Zeichen im Lokalteil geh├Âren wie bereits gesagt die Buchstaben des lateinischen Alphabets, die Ziffern 0 bis 9 und folgende Sonderzeichen: . ! # $ % & ‚ * + – / = ? ^ _ ` { | } ~ .

Bei den Sonderzeichen ist jedoch zu beachten, dass je nach Server-Konfiguration die M├Âglichkeiten enger begrenzt sein k├Ânnen. 

Bei Gmail d├╝rfen Sie zum Beispiel folgende Zeichen nicht verwenden: & = _ ÔÇś ÔÇô + , .

Sonderzeichen im Domainnamen

Wie sieht das mit den Sonderzeichen im Domainnamen aus?

Erlaubte Zeichen sind auch hier lateinische Buchstaben sowie arabische Ziffern und der Bindestrich. 

Seit 2003 stehen auch sogenannte IDN-Domains zur Verf├╝gung. Das K├╝rzel steht f├╝r „Internationalisierte Domainnamen“. 

Diese Technik erm├Âglicht die Verwendung von Zeichen in Domainnamen, die nicht im ASCII-Standardzeichensatz enthalten sind. Dazu geh├Âren auch die deutschen Umlaute.

Domains wie fr├╝hst├╝ck.de sind also m├Âglich, aber gerade im Hinblick auf E-Mail noch mit Problemen behaftet. 

Die beteiligten E-Mail-Programme m├╝ssen in der Lage sein, die Umlaute in einen Code und wieder zur├╝ck zu ├╝bersetzen, damit alles klappt. Dies ist noch nicht immer der Fall.

Deshalb gilt: Verzichten Sie im besten Fall lieber auf Umlaute.

­čśŹ Tipps zur Gestaltung Ihrer E-Mail-Adresse

Auch wenn ein gewisser Reiz darin liegt, mit Gro├č- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen kreativ zu werden, denken Sie immer daran: Der vorrangige Zweck Ihrer Web- und E-Mail-Adresse ist Kommunikation.

Die beste Strategie, auf die Sie beim Erstellen Ihrer E-Mail-Adresse setzen sollten, lautet daher: Minimalismus. Das gilt sowohl f├╝r Domain- als auch Postfachnamen.

Nehmen Sie eine Telefonnummer als Beispiel. Die meisten w├╝rden eine Nummer vorziehen, die sie sich leicht merken k├Ânnen. Denn es erleichtert die Kontaktaufnahme um ein Vielfaches.

Das gleiche Prinzip gilt f├╝r Ihre E-Mail-Adresse. Je komplizierter sie ist, desto schwieriger ist sie zu kommunizieren und desto h├Ąufiger schleichen sich Fehler ein.

Daher sind die Lokalteile von E-Mail-Adressen meistens eher simpel aufgebaut und verzichten auf sowohl Gro├čbuchstaben als auch Sonderzeichen. 

Best Practices f├╝r E-Mail-Adressen:

  • vorname.nachname@domain.de
  • nachname@domain.de
  • vorname@domain.de
  • vn@domain.de (die Initialen)
  • redaktion@domain.de
  • team@domain.de
  • info@domain.de
  • vertrieb@domain.de

Der Punkt zwischen Vor- und Nachname ist das einzige Zeichen au├čer Ziffern und lateinischen Buchstaben, das sich eingeb├╝rgert hat.

Wir empfehlen Ihnen, diesem Schema zu folgen. Denn: Wenn Sie einen Bindestrich zur Trennung von Vor- und Nachnamen verwenden, riskieren Sie, dass andere aus Gewohnheit vielleicht einen Punkt an die betreffende Stelle setzen und Ihre E-Mail nicht ankommt. Oder sogar in einem falschen Postfach landet.

Auf der Suche nach noch mehr Tipps und Tricks? Hier geht’s zu unseren 33 besten Tipps rund ums Newsletter Marketing.

­čôČ Optimieren Sie Ihren Absendernamen

F├╝r das Erscheinungsbild Ihrer E-Mails ist neben der Adresse auch der Absendername wichtig.

Denn g├Ąngige E-Mail-Programme zeigen im Posteingang nicht die nackten E-Mail-Adressen der Absender:innen an, sondern den besagten Absendernamen.

Dies ist ein frei zu gestaltendes Textfeld, das Sie bei der Einrichtung Ihrer E-Mail-Adresse ausf├╝llen k├Ânnen und sollten.

Verwenden Sie beispielsweise Ihren Firmen/Marken-Namen oder nutzen Sie eine Kombination aus Markennamen und Ihrem Vornamen (z.B. Josefine von Sendinblue).

Das schafft Vertrauen, st├Ąrkt den Wiedererkennungswert und gibt Ihrem sonst vielleicht eher anonymen Unternehmen ein Gesicht.

Der Absendername ist ├╝brigens genau der richtige Ort f├╝r Gro├č- und Kleinschreibung sowie Umlaute und andere Sonderzeichen, sofern Ihr Name welche enth├Ąlt.

Nutzen Sie dieses Feld unbedingt, denn sonst wird wom├Âglich in Posteing├Ąngen tats├Ąchlich Ihre nackte E-Mail-Adresse oder auch nur der Namensteil (z. B. „vorname.nachname“) in Posteing├Ąngen angezeigt. Und das wirkt nicht besonders elegant.

­čĺ¬ Fazit: Weniger ist mehr

Wenn Sie das n├Ąchste Mal jemand fragen sollte, ob Google Mail eigentlich zwischen Gro├č- und Kleinschreibung unterscheidet, kennen Sie die Antwort.

Sie wissen nun, aus welchen Teilen sich eine E-Mail-Adresse zusammensetzt und welche Zeichen erlaubt sind und welche nicht.

F├╝r praxistaugliche E-Mail-Adressen gilt wieder einmal das altbew├Ąhrte Motto: Keep it simple! 

Unsere Empfehlung lautet daher: Verwenden Sie Kleinschreibung, gestalten Sie den Namensteil kompakt und aussagekr├Ąftig und verzichten Sie im besten Fall auf Sonderzeichen. 

Wir w├╝nschen Ihnen viel Spa├č beim Erstellen Ihrer E-Mail-Adresse.

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