Juli 23, 2021

E-Mail Footer erstellen: So geht’s đŸ’Ș

Lesezeit ungefÀhr 10 min
E-Mail Footer gestalten: So wird’s gemacht

Nicht nur der erste, sondern auch der letzte Eindruck zÀhlt im E-Mail Marketing. Und das Letzte, was Ihre Leser:innen von Ihrer E-Mail sehen, ist Ihr E-Mail Footer.

GrundsĂ€tzlich gilt es hierbei zwischen Must-haves und Nice-to-haves zu unterscheiden. Denn: Wenn wichtige Pflichtangaben in Ihrem Footer fehlen, kann das schnell rechtliche Konsequenzen mit sich bringen und ganz schön teuer fĂŒr Sie werden.

Aber keine Sorge. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, was in keinem E-Mail Footer fehlen darf und wie Sie ihn darĂŒber hinaus kreativ fĂŒr Ihr Marketing nutzen können.

đŸ€” Was ist ein E-Mail Footer?

Beim Newsletter erstellen liegt das Hauptaugenmerk meist auf der Betreffzeile, dem Textinhalt, den Grafiken oder Links. Weniger Beachtung kommt hingegen dem Footer zu. Dabei steckt auch dieser voller Marketing-Potenzial, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Doch was ist ĂŒberhaupt ein Footer?

Der E-Mail Footer oder die E-Mail-Signatur, wie sie auch genannt wird, befindet sich in der Fußzeile, das heißt, am unteren Ende Ihrer E-Mail. Einige Marketer betrachten ihn als Visitenkarte einer Marke. 

Neben Pflichtangaben (z.B. Impressum), die in jedem E-Mail Footer enthalten sein mĂŒssen, gibt es auch viele weitere denkbare Inhalte, die Sie einfĂŒgen können, um Ihren EmpfĂ€nger:innen einen zusĂ€tzlichen Mehrwert zu liefern und das Interesse an Ihrer Marke zu erhöhen.  

Der Footer wird in der Regel einmalig erstellt und ist bei jedem Newsletter-Versand identisch.

☝ Pflichtangaben: Das muss in Ihren E-Mail Footer

Ein Newsletter gilt in Deutschland als Telemedium und unterliegt als solches der Impressumspflicht

Das gilt sowohl fĂŒr geschĂ€ftliche Newsletter als auch fĂŒr solche, die redaktionelle Inhalte bereitstellen. Das heißt: Auch der Newsletter eines persönlichen Blogs ist impressumspflichtig, wenn er sich an die allgemeine Öffentlichkeit richtet.

Die Schwelle fĂŒr die Einstufung als geschĂ€ftlich ist eher niedrig angesetzt. Entscheidend ist die Absicht, mit dem Angebot, zu dem der Newsletter gehört, Gewinn zu erzielen. 

Diese Voraussetzung erfĂŒllen Sie bereits, wenn Sie auf Ihrer Website Affiliate-Links verwenden.

Mit anderen Worten: An einem Impressum kommt also niemand vorbei.

Was genau muss ins Impressum?

Welche Angaben genau in ein Impressum gehören, hĂ€ngt von der Rechtsform des Angebots ab. 

FĂŒr eine Privatperson gelten andere Regeln als fĂŒr eine GmbH, fĂŒr eine Genossenschaft andere als fĂŒr eine AG, fĂŒr Kaufleute andere als fĂŒr RechtsanwĂ€lt:innen und so weiter.

Bei Privatpersonen gehören folgende Angaben ins Impressum:

  • Vor- und Nachname
  • LadungsfĂ€hige Postadresse (kein Postfach)
  • E-Mail-Adresse

Bei einer GmbH wird es etwas anspruchsvoller. Hier sind gefordert:

  • VollstĂ€ndiger Firmenname
  • LadungsfĂ€hige Postadresse (kein Postfach)
  • E-Mail-Adresse
  • Umsatzsteuer-ID, falls vorhanden
  • Vor- und Nachnamen aller GeschĂ€ftsfĂŒhrer:innen
  • Registergericht des Firmensitzes (z. B. Amtsgericht Hamburg)
  • Handelsregisternummer

Wenn Sie ein Unternehmen oder eine Organisation mit einer anderen Rechtsform vertreten, informieren Sie sich am besten individuell, welche Angaben in Ihrem Fall ins Impressum gehören. DafĂŒr genĂŒgt in der Regel eine schnelle Websuche.

Gelegentlich werden Sie sehen, dass die Möglichkeit zur elektronischen Kontaktaufnahme und das Impressum im E-Mail Footer nur verlinkt sind – wie im Beispiel im Newsletter „Kindle-Angebot des Tages“ von Amazon:

Beispiel eines E-Mail Footers von Amazon

Rechtssicherer und kundenfreundlicher ist es aber, diese Angaben nicht nur zu verlinken, sondern direkt in den Newsletter aufzunehmen.

Wichtig: Der Link zum Abmelden

Seitdem in der EU die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt, ist das Double-Opt-In-Verfahren fĂŒr Newsletter Pflicht. 

Das bedeutet: Wenn sich Interessierte fĂŒr Ihren Newsletter anmelden, mĂŒssen Sie sich dies von den EmpfĂ€nger:innen noch einmal bestĂ€tigen lassen, indem Sie ihnen eine E-Mail mit BestĂ€tigungslink zuschicken. Denn: Erst dann können Sie sicherstellen, dass die betreffende Person Ihren Newsletter wirklich empfangen will.

Doch natĂŒrlich kann sie sich das auch wieder anders ĂŒberlegen. FĂŒr diesen Fall schreibt die DSGVO vor, dass in jedem Newsletter deutlich sichtbar eine Möglichkeit zur Abmeldung aufgefĂŒhrt ist. Manchmal genĂŒgt dafĂŒr ein Klick, in anderen FĂ€llen fĂŒhrt der Link zu einer umfassenderen Abonnement-Verwaltung. Dies ist dann sinnvoll, wenn der Anbieter mehrere Newsletter oder Empfangsoptionen im Programm hat.

So oder so: Nehmen Sie immer einen Abmeldelink in den Footer auf. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und auch einfach guter Service. Apropos Service – von Noreply E-Mails, wie zum Beispiel Amazon sie verwendet, raten wir ab.

Wenn Sie noch mehr zum Thema Datenschutz speziell im E-Mail Marketing erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den kostenlosen E-Mail-Marketing-Kurs unserer Sendinblue Academy.

So viel zu den Pflichtangaben im Newsletter, die Anbieter meist im Footer platzieren.

Um jedoch bei Ihren Leser:innen in wirklich guter Erinnerung zu bleiben, sollten Sie noch einen Schritt weitergehen und das Marketing-Potenzial Ihres Footers voll ausschöpfen.

💡 Kreative Ideen fĂŒr den Footer als Marketing-Kanal

Was können Sie sonst noch mit dem E-Mail Footer anstellen?

Ihr Footer sollte mehr sein als ein grauer Block Kleingedrucktes. Nutzen Sie die Fußzeile, um sich in bestem Licht zu prĂ€sentieren und wichtige Marketingbotschaften unterzubringen.

Wir haben fĂŒr Sie drei Best Practices zusammengestellt.

Beispiel dress-for-less: Markenbotschaft, Service, Adressbuch

Beginnen wir mit dem Newsletter Footer des Marken-Mode-Outlets dress-for-less. Von ihm können Sie sich mehrere schlaue Gestaltungsideen abschauen.

Beispiel eines E-Mail Footers von dress-for-less

Im Vergleich zum eingangs erwĂ€hnten Amazon-Beispiel fĂ€llt sofort die klare Struktur auf, die sich aus der Aufteilung der Informationen in vier Kacheln ergibt. 

Das Auge kann sich schnell orientieren und die Angaben sind leicht zu erfassen. Sie finden auf Anhieb alle Informationen, die Sie suchen.

Was an diesem Beispiel sonst noch gelungen ist?

Werbebotschaften und Social Proof

Die erste Kachel oben links gefĂ€llt uns an diesem Beispiel besonders gut. 

Sie transportiert in kompakter Form eine Reihe von Werbebotschaften, Serviceversprechen und Aspekten der MarkenidentitĂ€t. Wenn auch nur ein kleiner Teil davon hĂ€ngenbleibt, ist das fĂŒr die Marke ein Gewinn.

Die Botschaften in dieser Kachel sind nicht zuletzt deswegen stark, weil sie sich auf Fakten beziehen. 

Die Überschrift „Europas fĂŒhrendes Online Designer Outlet“ ist eine Art von „Social Proof“, Ă€hnlich wie die beliebten Bewertungssternchen. Solche Informationen zeigen uns, dass ein Angebot bei anderen Menschen beliebt ist. Daraus schlussfolgern wir automatisch, dass es wohl ganz gut ist.

Kleinere und jĂŒngere Unternehmen können meistens (noch) nicht auf solche eindrucksvollen Fakten verweisen. Aber Social Proof kann auch aus Kundenmeinungen oder – siehe oben – Bewertungssternchen bestehen. Lassen Sie Ihre Leser:innen zum Abschluss Ihres Newsletters wissen, wie gut Ihr Angebot anderen gefĂ€llt.

Die zweite Kachel deckt die Pflicht ab, eine schnelle Kontaktmöglichkeit anzubieten. Gleichzeitig prÀsentiert sich das Unternehmen damit als offen und ansprechbar. Bei Unklarheiten sehen Kund:innen hier sofort, wo sie Antworten erhalten. Das ist das positive Gegenbeispiel zur Noreply E-Mail, die eher Verschlossenheit signalisiert.

Um Aufnahme ins Adressbuch bitten

Nach dem ordentlichen Impressum in der dritten Kachel finden Sie in der vierten den obligatorischen Abmeldelink – und noch eine gute Idee: die Bitte, den Absender ins Adressbuch aufzunehmen. 

Newsletter landen nĂ€mlich gerne mal im Spam-Ordner, wodurch Ihnen als Anbieter viele wertvolle Kundenkontakte entgehen können. Diese Verluste können Sie durch eine solche Aufforderung verringern.ZusĂ€tzlich hat es eine psychologische Wirkung, wenn EmpfĂ€nger:innen Sie ins Adressbuch aufnehmen. Wer sich diese MĂŒhe macht, nimmt Ihren Newsletter danach als wertvoller wahr und steht umso stĂ€rker zu seiner oder ihrer Entscheidung fĂŒr das Abonnement.

Beispiel Saturn: Apps und Social Media

Viele große Unternehmen mit professionellem Marketing nutzen ihren E-Mail Footer, um ihre Apps und Social-Media-KanĂ€le zu bewerben. Hier ein Beispiel des Elektronikmarkts Saturn:

Beispiel eines E-Mail Footers von Saturn

Darunter kommt noch das „Kleingedruckte“ mit den ĂŒblichen Impressumsangaben. Wir konzentrieren uns hier aber auf den gezeigten Ausschnitt.

Die kleinen Grafiken sind ein Blickfang und machen auf die Apps und Social-Media-Profile des Unternehmens aufmerksam, von denen Leser:innen vielleicht noch gar nichts wussten. Auch wenn diese nicht an den verlinkten Angeboten interessiert sind, strahlt der Block ProfessionalitÀt aus.

Auch die Kontaktinformationen sind gut gelöst. Die Symbole helfen, die Inhalte schnell zu erfassen. Mit ihrer klaren Struktur wirken die Angaben glaubwĂŒrdig – das Unternehmen ist wirklich ansprechbar und hakt nicht nur die Impressumspflichten ab.

Fazit: Ob Apps, Social-Media-KanĂ€le, Blogs oder verwandte Webseiten – bewerben Sie im Footer, was Sie sonst noch zu bieten haben und was Ihre Leser:innen interessieren könnte.

Beispiel SĂŒddeutsche: Weiterempfehlung und Calls to Action

Unser drittes Beispiel ist kein EinzelhĂ€ndler, sondern eine Zeitung: die SĂŒddeutsche.

Beispiel eines E-Mail Footers von der SĂŒddeutschen Zeitung

Auch hier haben wir einen Block mit ĂŒblichen Impressumsangaben weggelassen, die unter diesem Ausschnitt noch kommen.

Ein neues Element ist hier die Aufforderung zur Weiterempfehlung des Newsletters. Auch damit lohnt es sich zu experimentieren. Vielleicht fĂ€llt Leser:innen tatsĂ€chlich jemand aus dem Bekanntenkreis ein, der oder die sich fĂŒr die Inhalte des Newsletters interessieren könnte – egal, ob es sich um journalistische Inhalte handelt oder um Sonderangebote eines Shops.

Persönliche Empfehlungen unter Bekannten sind das Beste, was einem Unternehmen passieren kann, da das Vertrauen in die Empfehlung hier besonders hoch ist.

Der SZ-Newsletter arbeitet viel mit Calls to Action (CTA), also Handlungsaufforderungen. Der Link zum Einsenden von Anregungen ist als Aufforderung formuliert, ebenso werden die Apps und Social-Media-KanĂ€le mit einem Appell prĂ€sentiert: „Entdecken Sie …“, „Folgen Sie …“.

CTAs gehören in jeden Newsletter (ob im Footer oder/und an anderer Stelle), da sie letztlich dafĂŒr verantwortlich sind, VerkĂ€ufe oder Traffic auf Ihrer Website zu generieren.

Das luftige Layout sorgt in Verbindung mit klaren Formulierungen und differenzierten Serviceangeboten dafĂŒr, dass Leser:innen sich rundum gut betreut und versorgt fĂŒhlen. Alle Optionen sind direkt sichtbar.

Die prominente Bitte um Feedback vermittelt authentisches Interesse an der Meinung der Leser:innen. Und das Beste hierbei: Wenn Sie tatsÀchlich Feedback erhalten, kann dieses wertvolle Informationen zur Verbesserung Ihres Produkt- und Service-Angebots liefern.

Noch mehr Newsletter-Tipps finden Sie in unserem ausfĂŒhrlichen Blog-Artikel.

🚀 Nun sind Sie an der Reihe

Newsletter gehören zu den effektivsten Mitteln, Ihre Zielgruppe zu erreichen, und auch der Footer birgt wertvolle Chancen, Ihre Markenbotschaft zu stÀrken und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Wir hoffe, unsere Best Practices inspirieren Sie beim Erstellen oder Optimieren Ihres E-Mail Footers. 

Lassen Sie Ihrer KreativitÀt freien Lauf, wenn Sie sie an den eigenen Markenauftritt anpassen und nach Geschmack und Bedarf neu kombinieren. Finden Sie durch A/B-Tests heraus, was am besten funktioniert.

Und denken Sie an die Pflichtangaben. Dann haben Sie beste Voraussetzungen, Ihren Newsletter als tragende SĂ€ule Ihres digitalen Marketings zum vollen Potenzial zu nutzen.

Erfahren Sie, wie Sie in nur 4 Schritten einen professionellen und kostenlosen Newsletter erstellen.

Wir wĂŒnschen Ihnen viel Spaß beim Erstellen Ihres E-Mail Footers und Ihrer nĂ€chsten Newsletter-Kampagne.

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