Januar 20, 2021

Deshalb sollten Sie keine E-Mail-Adressen kaufen 🙅🙅‍♂️

Lesezeit ungefähr 8 min
Deshalb sollten Sie keine E-Mail-Adressen kaufen

Im Prinzip ganz simpel: Kein Newsletter ohne Empfänger:innen. Denn was nützt der weltbeste Newsletter der Welt, wenn Sie keine E-Mail-Adressen haben, an die Sie ihn versenden können? 

Zugegeben, eine große und effiziente E-Mail-Liste aufzubauen dauert seine Zeit und kann vor allem für junge Unternehmen, die noch ganz am Anfang stehen, zu einer anstrengenden und langwierigen Angelegenheit werden. 

Da klingen Online-Angebote, die mit einer Million E-Mail-Adressen zu relativ fairen Preisen werben, natürlich verlockend, stimmt’s? Doch der Schein trügt. Tatsächlich sprechen zahlreiche Gründe ausdrücklich gegen den käuflichen Erwerb von E-Mail-Adressen. 

Wir verraten Ihnen in diesem Blogartikel, warum der vermeintlich einfachste Weg nicht immer der beste ist und Sie lieber die Finger von gekauften E-Mail-Listen lassen sollten. 

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1. Newsletter an gekaufte E-Mail-Adressen versenden ist rechtswidrig

Der Kauf von E-Mail-Adressen ist in Deutschland grundsätzlich nicht verboten. Es ist also legal, online E-Mail-Listen von Drittanbieter:innen käuflich zu erwerben. 

ABER: die Möglichkeiten, was Sie mit diesen erworbenen E-Mail-Adressen anstellen dürfen, sind sehr limitiert. Denn spätestens seit Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) führt kein Weg mehr an ihm vorbei: dem Datenschutz. 

Für Ihr E-Mail Marketing bedeutet dies, dass Ihr Newsletter-Verteiler nur aus E-Mail-Adressen bestehen darf, deren Besitzer:innen nachweislich Ihr Einverständnis zum Erhalt Ihres Newsletters gegeben haben. 

Der Adresskauf bringt hierbei zwei Probleme mit sich: 

  • Zum einen können Sie sich nie sicher sein, ob Adressinhaber:innen tatsächlich jemals ihre Zustimmung erteilt haben. Auch wenn Online-Anbieter:innen behaupten, sie hätten die Einwilligung bekommen, können Sie sich dessen niemals wirklich sicher sein.
  • Zum anderen dürfen Online-Anbieter:innen diese Zustimmung – selbst wenn es jemals eine gegeben haben sollte – nicht einfach mit den E-Mail-Adressen an Sie weiterverkaufen. Denn die Zustimmung der Adressinhaber:innen gilt immer nur für das Unternehmen, das sich das Einverständnis eingeholt hat – und das sind nicht Sie. Sie sind nur Newsletter-Versender:in. Also lieber Finger weg von gekauften E-Mail-Adressen. 

Was Sie stattdessen tun können? Im Newsletter Marketing hat sich das Double-Opt-In-Verfahren als bester und rechtssicherster Anmeldeprozess etabliert.

Double-opt-in E-Mail-Adressen kaufen

Das Doi funktioniert im Prinzip so: Potenzielle Interessent:innen melden sich für Ihren Newsletter an. Anschließend erhalten sie eine Mail mit einem individuellen Bestätigungslink. Erst mit Klick auf diesen Link willigen die E-Mail-Adressinhaber:innen ausdrücklich dem Empfang Ihres Newsletter ein und Sie haben einen Kontakt mehr in Ihrem E-Mail-Verteiler. Und das auf ganz legale Weise. 

2. Irrelevant + unpersönlicher Inhalt = schlechte Newsletter Performance

E-Mail Marketing ist einer der kosteneffizientesten Marketing-Instrumente zur Neukundengewinnung und zur Kundenbindung. Aber ein großer E-Mail-Verteiler bedeutet keineswegs automatisch mehr Erfolg. Grundsätzlich gilt: Qualität vor Quantität.

Gekaufte E-Mail-Adresslisten – ob mit privaten E-Mail-Adressen oder mit Firmenadressen – sind häufig nicht nur fehlerhaft, sondern meist auch veraltet. Beispielsweise werden Jobwechsel, die inzwischen zur Normalität geworden sind, in gekauften E-Mail-Adresslisten häufig nicht berücksichtigt. Einen Teil der Adressen-Liste können Sie also überhaupt nicht nutzen. 

Und der andere Teil interessiert sich höchstwahrscheinlich sowieso nicht für Ihr Mailing, da sich dieser ja ursprünglich nie aktiv für Ihren Newsletter angemeldet hat. Das Ergebnis: schlechte Öffnungsraten und im schlimmsten Fall Spam-Markierungen.

Wenn Sie eine E-Mail-Liste kaufen, wissen Sie so gut wie nichts über die Personen auf dieser Liste. Sie senden also Nachrichten an Fremde. Das bedeutet, dass Ihr Newsletter für viele gekaufte Adressinhaber:innen gar nicht relevant ist. Und Relevanz ist das A und O im E-Mail Marketing. Denn: Was nicht interessiert, wird auch nicht gelesen. 

Stellen Sie sich das so vor: Sie gehen in ein italienisches Restaurant und erhalten eine Karte mit chinesischen Speisen. Genauso fühlen sich die Inhaber:innen der gekauften Adressen. Sie haben mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit kein Interesse an Ihren Produkten und Neuigkeiten.

Der beste Weg, um im überfüllten Posteingang herauszustechen, ist, Ihren Abonnent:innen einen echten inhaltlichen Mehrwert zu bieten. Damit meinen wir E-Mails, die nützliche Inhalte enthalten, die auf die spezifischen Interessen Ihrer Empfänger:innen ausgerichtet sind. 

3. Gekaufte E-Mail-Adressen schaden dem Image Ihrer Marke

Niemand erhält gerne unerwünschte E-Mails – insbesondere nicht von Absender:innen, die er oder sie nicht einmal kennt und denen er oder sie nicht vertraut. 

Bedenken Sie, dass, wenn Sie eine Mailingliste kaufen, viele der Personen auf der Liste nicht wissen, wer Sie sind. Wenn Sie also unaufgefordert E-Mails versenden, besteht auch immer die Gefahr, dass Empfänger:innen Ihr Unternehmen und Ihre Marke mit Spam assoziieren. Vor allem für größere Unternehmen können gekaufte E-Mail-Listen verheerende Konsequenzen mit sich bringen. 

Und Sie wissen genau wie wir, dass es lange dauern kann, um eine Marke aufzubauen, aber es häufig nur einen Fehler braucht, um sie wieder zu ruinieren.

4. Gekaufte E-Mail-Listen sind schlecht für Ihre Zustellrate

Wir haben Ihnen ja bereits gesagt, wie wichtig die Relevanz für den Erfolg Ihrer E-Mail-Kampagne ist. Interessieren sich Abonnent:innen nicht für Ihr Mailing – was bei gekauften Adressinhaber:innen höchstwahrscheinlich der Fall ist – wird Ihr Newsletter ohne jemals gelesen worden zu sein entweder als Spam markiert oder direkt in den Papierkorb verschoben.

Schon eine einzige Spam-Markierung kann dazu führen, dass sich Ihre Versand-Reputation verschlechtert. Das wiederum bedeutet, dass Ihre Zustellrate sinken kann, selbst wenn nur ein kleiner Teil der E-Mail-Adressen gekauft sind. 

Häufen sich die Spam-Markierungen landen Sie möglicherweise sogar auf einer Blocklist und werden bei bestimmten E-Mail Providern zukünftig gesperrt. Das bedeutet, dass beim nächsten Versuch, E-Mails zu versenden, Ihre E-Mails nicht zugestellt werden, selbst wenn sich Ihre Empfänger:innen tatsächlich bei Ihnen angemeldet haben – Ihr persönlicher E-Mail-Marketing-Tod. 

Erfahren Sie hier Tipps zur Verbesserung Ihrer E-Mail-Zustellrate und erhalten Sie ein kostenloses E-Book zum Thema.

5. Mit gekauften E-Mail-Listen werden Sie bei Newsletter-Plattformen gesperrt

Bei Sendinblue und vielen anderen E-Mail Marketing Softwares ist die Verwendung von gekauften Listen nicht erlaubt. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Abgesehen davon, dass wir keine Rechtsverstöße unterstützen möchten, ist es zudem unser oberstes Anliegen, unsere eigenen IP-Adressen zu schützen. Denn gekaufte Listen bedrohen die gemeinsam genutzten IP-Adressen, über die wir Newsletter sicher an unsere Kund:innen versenden möchten.

Zudem sind wir sowie die meisten anderen E-Mail-Marketing-Anbieter:innen darauf bedacht, dass weder Spammer noch spammige Aktivitäten unterstützt werden.

E-Mail-Adressen selbst sammeln: alle Vorteile im Überblick

  • Alle Empfänger:innen haben sich freiwillig für Ihren Newsletter angemeldet. Das heißt, sie interessieren sich auf jeden Fall für Ihre Inhalte. Sie können also sicher sein, dass ein großer Teil Ihrer Kontakte Ihren Newsletter öffnen und sich weiter damit auseinandersetzen wird.
  • Das Risiko, als Spam markiert zu werden, ist viel geringer, da alle Empfänger:innen Ihren Newsletter selbst abonniert haben. Deshalb werden sie sich höchstwahrscheinlich auch an Sie erinnern und Ihre E-Mails nicht als Spam markieren, sondern sich darüber freuen.
  • Sie haben die volle Kontrolle über Ihre Empfängerliste und wissen genau, welche Empfängermerkmale dort hinterlegt sind. Die Adressdaten sind immer auf dem neuesten Stand und vollständig.
  • Wenn Sie E-Mail-Adressen selbst sammeln, versenden Sie Ihre Newsletter absolut rechtssicher und DSGVO-konform. Und Sie brauchen keine Angst zu haben, dass E-Mail-Marketing-Anbieter:innen Sie sperren.

Nehmen Sie Ihre E-Mail-Listen selbst in die Hand

Die besten E-Mail-Listen sind die, die Sie selbst erstellt haben. 

Falls Sie also mit dem Gedanken spielen, E-Mail-Adressen käuflich zu erwerben, sollten Sie diesen ganz schnell wieder aus Ihrem Kopf streichen. Denn: E-Mail-Adressen kaufen ist nicht nur rechtlich ein absolutes No-Go, sondern bringt Ihnen auch in Sachen Relevanz keine Punkte. 

Wie Sie stattdessen eine qualitativ hochwertige und umfangreiche Empfängerliste aufbauen und im Nullkommanix E-Mail-Adressen sammeln?

Bieten Sie Ihren Interessent:innen beispielsweise einen Anreiz für die Anmeldung zu Ihrem Newsletter. Sehen Sie das als fairen Tausch an: Daten gegen eine kleine Belohnung. Ob exklusives E-Book oder ein 10%-Gutschein auf die erste beziehungsweise nächste Bestellung im Onlineshop – exklusive Vorteile und Goodies sind immer ein guter Weg, um schnell und viele E-Mail-Adressen zu sammeln.

Sie sollten außerdem Ihr Newsletter-Anmeldeformular so platzieren, dass sich potenzielle Abonnent:innen weder penetrant genervt davon fühlen, noch sollten sie es lange suchen müssen. Teasern Sie Ihr Formular als Eyecatcher zum Beispiel in der Opt-in-Bar ganz oben auf Ihrer Website an oder platzieren Sie es in der Sidebar oder in einem Exit Pop-up.

Erfahren Sie hier noch mehr Tipps und Tricks rund um die Themen Mailingliste erstellen und E-Mail-Adressen sammeln.

Lassen Sie Ihrer Kreativität beim Adressen sammeln freien Lauf und vor allem: Lassen Sie die Finger weg von gekauften E-Mail-Adressen.

Für Ihren Marketing-Erfolg sind gekaufte Adresslisten sowieso wertlos und Ihr Geld an anderer Stelle besser aufgehoben.

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